Notizen aus der

Neurologie

An die­ser Stel­le fin­den Sie regel­mäs­sig kur­ze Zusam­men­fas­sun­gen inter­es­san­ter Arti­kel aus der aktu­el­len neu­ro­lo­gi­schen Lite­ra­tur.

Erhöhtes Demenzrisiko durch Medikamente

In einer Stu­die an 284.343 Pati­en­ten führ­ten anti­cho­linerg wirk­sa­me Medi­ka­men­te aus der Grup­pe der Anti­psy­cho­ti­ka, Bla­sen­me­di­ka­men­te, Par­kin­son­me­di­ka­men­te und Anti­de­pres­si­va, zu einem erhöh­ten Demenz­ri­si­ko in Abhän­gig­keit von der ein­ge­nom­me­nen Dosis.

JAMA Intern Med 2019

Neues Migränemedikament ist wirksam, hat aber zentrale Nebenwirkungen

In einer Stu­die an 3005 Pati­en­ten mit aku­ten Migrä­ne­at­ta­cken führ­te Las­mi­ditan bei 38,8% in einer Dosie­rung von 200 mg zu Kopf­schmerz­frei­heit nach 2 Stun­den und zu anhal­ten­der Kopf­schmerz­frei­heit inner­halb von 24 Stun­den bei 42,7%. Die häu­figs­ten Neben­wir­kun­gen waren Schwin­del, Benom­men­heit, Müdig­keit und Antriebs­stö­rung.

Brain 2019;142;1894–904

 

Mehr als zwei Drittel aller Schulkinder leiden regelmäßig unter Kopfschmerzen

Gemäss einer Befra­gung von 5.419 Schü­le­rin­nen und Schü­ler zwi­schen März 2015 und März 2016, die in Dres­den eine Grund- oder wei­ter­füh­rend Schu­le besuch­ten. Gaben nur 32% der Befrag­ten an, gar nicht unter Kopf­schmer­zen zu lei­den, fast 37% hat­ten ein­mal pro Monat Kopf­schmer­zen, fast 32% sogar mehr als zwei­mal im Monat. Die Kopf­schmerz­häu­fig­keit vari­ier­te mit der Schul­form: In Grund­schu­len hat­ten fast 64% der Schü­ler regel­mä­ßig Kopf­schmer­zen, in den Gym­na­si­en fast 68% und in den wei­ter­füh­ren­den Regel­schu­len nahe­zu 80%. Mäd­chen waren ins­ge­samt häu­fi­ger betrof­fen als Jun­gen.

Quel­le: Pres­se­mit­tei­lung der Deut­schen Gesell­schaft für Neu­ro­lo­gie  Juli 2019

Antikörper in der Nervenflüssigkeit können Verschlechterung der MS anzeigen

In einer Stu­die an 673 Pati­en­ten mit schu­b­­för­­mig-remit­­tie­­ren­­der Mul­ti­pler Skle­ro­se hat­ten Pati­en­ten mit einer IgG-Syn­­the­­se in der Ner­ven­flüs­sig­keit ein höhe­res Risi­ko für eine Ver­schlech­te­rung inner­halb der nächs­ten 4 Jah­re. IgG ist mög­li­cher­wei­se hilf­reich zur Pro­gno­se­ab­schät­zung und The­ra­pie­ent­schei­dung.

Quel­le: JAMA Neu­rol. 2019;76(7):841–849. April 2019

Epileptische Anfälle bleiben bei Multipler Sklerose manchmal unbehandelt

In der Gesamt­be­völ­ke­rung sind etwa 0,5 bis 1% an Epi­lep­sie erkrankt. Bei der Mul­ti­plen Skle­ro­se tre­ten epi­lep­ti­sche Anfäl­le zwar sel­ten auf, sind aber dop­pelt so häu­fig wie bei nicht MS-Erkran­k­­ten.

Nach einer Befra­gung unter MS-Pati­en­­ten blei­ben rund 15 Pro­zent der Anfäl­le unbe­han­delt.

Quel­le: DMSG-Bun­­­des­­ver­­­band, 30.04.2019